Thermische Energie – Wärmepumpe Hohenstein-Oberstetten

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Thermische Energieabgabe der Wärmepumpe

Wärmeerzeugung im Realbetrieb (Viessmann Vitocal 250-A). Aufgeschlüsselt nach Heizen und Warmwasserbereitung.

Letzte 7 Tage
357 kWh
Heizen 314 kWh   WW 43 kWh
Letzte 30 Tage
1527 kWh
Heizen 1347 kWh   WW 180 kWh
Jahr 2026 YTD
6580 kWh
Heizen 5946 kWh   WW 634 kWh
Letzte 12 Monate
8948 kWh
Heizen 8108 kWh   WW 840 kWh
Datenbasis: 4.1 Monate

YTD: Year-to-date (aktuelles Jahr seit 01.01.)

Übersicht: Thermische Energie, Stromverbrauch und Energieträger-Vergleich

Zeigt die erzeugte thermische Energie im Vergleich zum elektrischen Stromverbrauch (Gesamt-WP-System) sowie das Äquivalent in anderen Energieträgern – unter Annahme eines Brennwertkessels mit 90% Wirkungsgrad als Referenz.

Zeitraum Heizen
(kWh th.)
Warmwasser
(kWh th.)
Gesamt
(kWh th.)
Strom
(kWh el.)
Ø COP 🛢️ Heizöl
(Liter)
🔥 Erdgas
(m³)
🌾 Pellets
(kg)
🪵 Brennholz
(Festmeter)
7 Tage 314 43 357 99 3.61 40 Liter40 m³81 kg0.21 Fm
30 Tage 1347 180 1527 415 3.68 173 Liter170 m³346 kg0.89 Fm
Jahr (YTD) 5946 634 6580 1917 3.43 746 Liter731 m³1492 kg3.85 Fm
12 Monate (Datenbasis: 4.1 Mon.) 8108 840 8948 2875 3.11 1015 Liter994 m³2029 kg5.23 Fm

Energieträger-Vergleich: thermische kWh ÷ Heizwert ÷ 90% Kesselwirkungsgrad (Referenz: Brennwertkessel). Heizöl 9.8 kWh/l, Erdgas 10.0 kWh/m³, Pellets 4.9 kWh/kg, Brennholz (Buche) 1900 kWh/Fm.

Der aus der thermischen Energie errechnete Heizölverbrauch stimmt sehr gut mit meinen Erfahrungen aus der Vergangenheit überein.

Der benötigte Strom wird zu einem Teil selbst erzeugt, siehe Stromverbrauch Wärmepumpe

Tägliche Wärmeerzeugung (letzte 30 Tage)

Die schwarze Linie zeigt die mittlere Aussentemperatur, das graue Band die Tagesamplitude (Min/Max). Die negative Korrelation zwischen Aussentemperatur und Heizbedarf ist deutlich erkennbar.

020406080Thermische Energie (kWh)-10°C-5°C0°C5°C10°C15°C20°CAussentemperatur (°C)07.0312.0317.0322.0327.0301.0405.04
Heizen Warmwasser Ø Temperatur Min/Max Temperatur

Monatliche Wärmeerzeugung (letzte 12 Monate)

Monatliche Übersicht der letzten 12 Monate (Daten seit Dez. 2025). Der saisonale Verlauf zeigt den deutlich höheren Heizbedarf in den Wintermonaten.

050010001500200025003000Thermische Energie (kWh)-10°C-5°C0°C5°C10°C15°C20°CAussentemperatur (°C)Dez 25Jan 26Feb 26Mär 26Apr 26
Heizen Warmwasser Ø Temperatur Min/Max Temperatur

Heizenergie vs. Aussentemperatur

Jeder Punkt entspricht einem Heiztag. Die gestrichelte Regressionslinie zeigt die durchschnittliche Abhängigkeit des Heizbedarfs von der Aussentemperatur. Die Heizgrenze gibt an, ab welcher Aussentemperatur laut Regressionslinie kein Heizbedarf mehr besteht.

020406080100120-6°C-4°C-2°C0°C2°C4°C6°C8°C10°C12°C14°CHeizenergie (kWh th.)Aussentemperatur (°C)Heizgrenze ~13.7°Cn = 86 Tage
Heiztag   Regressionslinie (Steigung: -5.4 kWh/°C)   Heizgrenze (~13.7°C)

Witterungsbereinigte Heizenergie (kWh/HGT)

Die witterungsbereinigte Kennzahl normiert den Heizenergieverbrauch auf die Heizgradtage (HGT 20/15) des jeweiligen Monats. So lassen sich Monate mit sehr unterschiedlichen Aussentemperaturen aussagefähig miteinander vergleichen.

Monat Heizen
(kWh th.)
Warmwasser
(kWh th.)
Gesamt
(kWh th.)
HGT
(K·d)
kWhth/HGT
(Heizen)
Dez 2025 2162 206 2368
Jan 2026 2547 218 2765 431 5.9
Feb 2026 1776 198 1974 478 3.7
Mär 2026 1434 186 1619 481 3.0
Apr 2026 190 32 222 80 2.4

kWh/HGT = witterungsbereinigte Heizenergie pro Heizgradtag (HGT 20/15). Zeigt den Wärmebedarf bereinigt um die Aussentemperatur und ermöglicht so einen aussagefähigen Monatsvergleich. Niedrigere Werte = effizienter. Richtwerte: < 3,5 sehr gut ; 3,5–6,0 mittel ; > 6,0 hoch .
Warmwasserbereitung wird nicht berücksichtigt (witterungsunabhängig).

Die Definition der Heizgradtage (HGT in K·d) ist in der VDI-Richtlinie 2067 festgelegt. Sie ergibt sich aus der Summe der täglichen Differenz zwischen der mittleren Raumtemperatur von 20°C und der mittleren Aussentemperatur über alle Heiztage der Heizperiode. Als Heiztag ist ein Tag definiert, dessen mittlere Tagestemperatur unter 15°C liegt.

Der Januar 2026 ist nicht vergleichbar, da Temperaturdaten erst ab dem 10.01.2026 vorliegen.

Datenquelle: Viessmann Vitocal 250-A (API) – gemessene Wärmeenergie
Stromverbrauch: Shelly Pro 3EM (Eigenmessung)
Aussentemperatur / HGT: Eigene Wetterstation (Davis Vantage Pro 2)
Messperiode: ab 02.12.2025
Anmerkung: Der COP-Wert in der Tabelle bezieht sich auf den Gesamt-Stromverbrauch der WP (Heizen + Warmwasser) im jeweiligen Zeitraum. Für die detaillierte COP-Analyse siehe COP-Analyse.

Informationen zum Haus

Das Haus liegt auf etwa 800 m Höhe auf der Schwäbischen Alb und damit in einer klimatisch eher kühlen Lage mit entsprechend längerer Heizperiode.

Es ist ein Schwörer-Fertighaus aus dem Jahr 2004 ohne besondere Dämmung. Einfach der damalige Standard.

Beheizt wird das Haus auf allen 3 Stockwerken mit Heizkörpern. Vor der Umstellung auf Wärmepumpe hatten wir eine Ölheizung mit einem jährlichen Heizölverbrauch von 1300-1400 Litern für die Heizung inkl. Warmwasser. Das Haus hat eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.

Beim Umbau auf die Wärmepumpe mussten nach der Heizlastberechnung zwei Heizkörper ausgetauscht werden (von Typ 22 auf jetzt Typ 33).

Unterstützt wird das ganze durch eine 10,12 kWp-PV-Anlage mit Batteriespeicher. Der Hauptteil des erzeugten Stroms fließt in unser E-Auto.

Wenn die dargestellten Daten für dich hilfreich sind, Fragen zur Messung, Auswertung oder Darstellung bestehen oder fachlicher Austausch gewünscht ist, kannst du mich gerne kontaktieren. Hinweise, Rückmeldungen oder konstruktive Anmerkungen sind jederzeit willkommen.

Kontakt:
E-Mail: juergen@katolla.de

Warum ich mich für eine Wärmepumpe entschieden habe

Die Entscheidung für die Wärmepumpe war für mich weder eine kurzfristige Kostenabwägung noch eine Reaktion auf akute Risiken. Meine Ölheizung war in die Jahre gekommen. Die Verbrauchswerte waren über 21 Jahre hinweg konstant und gut dokumentiert. Technisch war die Anlage jedoch zunehmend störungsanfällig geworden. Auch die reine Amortisationsrechnung spricht – zumindest bei moderaten fossilen Energiepreisen – nicht zwingend für einen schnellen wirtschaftlichen Vorteil.

Die Entscheidung war daher vor allem eine systemische.

Effizienz statt Verbrennung

Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme durch Verbrennung, sondern verschiebt Umweltenergie ins Gebäude. Aus 1 kWh Strom entstehen im Realbetrieb 3–4 kWh nutzbare Wärme. Thermodynamisch ist das ein sehr eleganter Ansatz. Im Vergleich dazu wird bei einer Öl- oder Gasheizung ein hochwertiger, vielseitig einsetzbarer Rohstoff schlicht verbrannt. Für mich fühlte sich das zunehmend inkonsistent an.
Erdgas und Rohöl sind nicht nur Brennstoffe. Es sind wertvolle chemische Grundstoffe: unter anderem für Medikamente, Kunststoffe, Lösungsmittel und zahlreiche industrielle Anwendungen. Raumwärme daraus zu erzeugen, erschien mir langfristig nicht mehr sinnvoll.

Die PV-Anlage als logische Ergänzung

Die Photovoltaikanlage verändert die Systemperspektive entscheidend.
Strom ist nicht nur ein zugekaufter Energieträger, sondern kann teilweise selbst erzeugt werden.

In Kombination mit Wärmepumpe und Batteriespeicher entsteht:

Die Kombination aus Wärmepumpe, PV-Anlage und Batteriespeicher ermöglicht zwei unterschiedliche Mechanismen: Lastverschiebung durch die Wärmepumpe (z. B. Warmwasserbereitung oder leichtes Vorheizen in PV-Zeiten) und Lastentkopplung durch den Batteriespeicher, der PV-Strom zeitlich vom Verbrauch entkoppelt.

Die Wärmepumpe wird damit nicht nur effizient, sondern teilweise autark betrieben.

Das unterscheidet sich grundlegend von fossilen Heizsystemen, bei denen jede erzeugte Kilowattstunde Wärme unmittelbar an einen externen Brennstoff gebunden ist.

Klima und Emissionen

Ich wollte ein System, dessen Umweltwirkung nicht an einen fossilen Brennstoff gebunden ist. Bei der Wärmepumpe hängt die CO₂-Intensität am Strommix und wird mit der Energiewende tendenziell besser; durch PV/Batterie kann ein Teil der Wärme direkt aus eigener, erneuerbarer Erzeugung entstehen.

Autarkie und Resilienz

Durch die Kombination aus:

entsteht ein integriertes Energiesystem.

Es reduziert:

Netzkosten bleiben transparent und planbar, während ein Teil der Energie direkt vom eigenen Dach kommt.

Transparenz durch Messdaten

Alle hier dargestellten Werte basieren auf real gemessenen Verbräuchen. Der berechnete Heizölbedarf der Vergleichsrechnung deckt sich sehr gut mit meinen historischen Erfahrungswerten. Dadurch entsteht eine belastbare Referenzbasis.

Mir geht es nicht darum, ein System als allgemein überlegen darzustellen.
Mir geht es um Nachvollziehbarkeit.

Wer ein vergleichbares Haus besitzt, kann:

Die Zahlen sind offen zugänglich – die Bewertung überlasse ich dem Leser.

Für mich war letztlich entscheidend:

Ich wollte ein Heizsystem, das effizient arbeitet, Ressourcen schont und technisch konsistent mit meinem Verständnis von nachhaltiger Energieversorgung ist.

Nicht aus Ideologie.
Nicht aus kurzfristiger Kostenoptimierung.

Sondern aus Überzeugung, dass hochwertige Rohstoffe besser genutzt werden sollten als zur reinen Wärmeerzeugung.


Vorteile der Wärmepumpe

Herausforderungen

Eine Wärmepumpe ist kein „Plug-and-Play“-Produkt, sondern ein System, das geplant und verstanden werden muss.


Die ausführlichen Überlegungen zu meiner Entscheidung habe ich hier beschrieben: Warum ich mich für Wärmepumpe, Photovoltaik und Elektroauto entschieden habe

Bezüge

Fragen oder Ergänzungen?

Die gezeigten Auswertungen basieren auf realen Daten aus dem laufenden Betrieb. Wenn dir etwas unklar ist oder du eine Auswertung vermisst, schreib mir.