Zeigt die erzeugte thermische Energie im Vergleich zum elektrischen Stromverbrauch (Gesamt-WP-System) sowie das Äquivalent in anderen Energieträgern – unter Annahme eines Brennwertkessels mit 90% Wirkungsgrad als Referenz.
| Zeitraum | Heizen (kWh th.) |
Warmwasser (kWh th.) |
Gesamt (kWh th.) |
Strom (kWh el.) |
Ø COP | 🛢️ Heizöl (Liter) | 🔥 Erdgas (m³) | 🌾 Pellets (kg) | 🪵 Brennholz (Festmeter) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 7 Tage | 314 | 43 | 357 | 99 | 3.61 | 40 Liter | 40 m³ | 81 kg | 0.21 Fm |
| 30 Tage | 1347 | 180 | 1527 | 415 | 3.68 | 173 Liter | 170 m³ | 346 kg | 0.89 Fm |
| Jahr (YTD) | 5946 | 634 | 6580 | 1917 | 3.43 | 746 Liter | 731 m³ | 1492 kg | 3.85 Fm |
| 12 Monate (Datenbasis: 4.1 Mon.) | 8108 | 840 | 8948 | 2875 | 3.11 | 1015 Liter | 994 m³ | 2029 kg | 5.23 Fm |
Der benötigte Strom wird zu einem Teil selbst erzeugt, siehe Stromverbrauch Wärmepumpe
Die schwarze Linie zeigt die mittlere Aussentemperatur, das graue Band die Tagesamplitude (Min/Max). Die negative Korrelation zwischen Aussentemperatur und Heizbedarf ist deutlich erkennbar.
Monatliche Übersicht der letzten 12 Monate (Daten seit Dez. 2025). Der saisonale Verlauf zeigt den deutlich höheren Heizbedarf in den Wintermonaten.
Jeder Punkt entspricht einem Heiztag. Die gestrichelte Regressionslinie zeigt die durchschnittliche Abhängigkeit des Heizbedarfs von der Aussentemperatur. Die Heizgrenze gibt an, ab welcher Aussentemperatur laut Regressionslinie kein Heizbedarf mehr besteht.
Die witterungsbereinigte Kennzahl normiert den Heizenergieverbrauch auf die Heizgradtage (HGT 20/15) des jeweiligen Monats. So lassen sich Monate mit sehr unterschiedlichen Aussentemperaturen aussagefähig miteinander vergleichen.
| Monat | Heizen (kWh th.) |
Warmwasser (kWh th.) |
Gesamt (kWh th.) |
HGT (K·d) |
kWhth/HGT (Heizen) |
|---|---|---|---|---|---|
| Dez 2025 | 2162 | 206 | 2368 | – | – |
| 2547 | 218 | 2765 | |||
| Feb 2026 | 1776 | 198 | 1974 | 478 | 3.7 |
| Mär 2026 | 1434 | 186 | 1619 | 481 | 3.0 |
| Apr 2026 | 190 | 32 | 222 | 80 | 2.4 |
Die Definition der Heizgradtage (HGT in K·d) ist in der VDI-Richtlinie 2067 festgelegt. Sie ergibt sich aus der Summe der täglichen Differenz zwischen der mittleren Raumtemperatur von 20°C und der mittleren Aussentemperatur über alle Heiztage der Heizperiode. Als Heiztag ist ein Tag definiert, dessen mittlere Tagestemperatur unter 15°C liegt.
Das Haus liegt auf etwa 800 m Höhe auf der Schwäbischen Alb und damit in einer klimatisch eher kühlen Lage mit entsprechend längerer Heizperiode.
Es ist ein Schwörer-Fertighaus aus dem Jahr 2004 ohne besondere Dämmung. Einfach der damalige Standard.
Beheizt wird das Haus auf allen 3 Stockwerken mit Heizkörpern. Vor der Umstellung auf Wärmepumpe hatten wir eine Ölheizung mit einem jährlichen Heizölverbrauch von 1300-1400 Litern für die Heizung inkl. Warmwasser. Das Haus hat eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung.
Beim Umbau auf die Wärmepumpe mussten nach der Heizlastberechnung zwei Heizkörper ausgetauscht werden (von Typ 22 auf jetzt Typ 33).
Unterstützt wird das ganze durch eine 10,12 kWp-PV-Anlage mit Batteriespeicher. Der Hauptteil des erzeugten Stroms fließt in unser E-Auto.
Wenn die dargestellten Daten für dich hilfreich sind, Fragen zur Messung, Auswertung oder Darstellung bestehen oder fachlicher Austausch gewünscht ist, kannst du mich gerne kontaktieren. Hinweise, Rückmeldungen oder konstruktive Anmerkungen sind jederzeit willkommen.
Kontakt:
E-Mail: juergen@katolla.de
Die Entscheidung für die Wärmepumpe war für mich weder eine kurzfristige Kostenabwägung noch eine Reaktion auf akute Risiken. Meine Ölheizung war in die Jahre gekommen. Die Verbrauchswerte waren über 21 Jahre hinweg konstant und gut dokumentiert. Technisch war die Anlage jedoch zunehmend störungsanfällig geworden. Auch die reine Amortisationsrechnung spricht – zumindest bei moderaten fossilen Energiepreisen – nicht zwingend für einen schnellen wirtschaftlichen Vorteil.
Die Entscheidung war daher vor allem eine systemische.
Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme durch Verbrennung, sondern verschiebt Umweltenergie ins Gebäude. Aus 1 kWh Strom
entstehen im Realbetrieb 3–4 kWh nutzbare Wärme. Thermodynamisch ist das ein sehr eleganter Ansatz.
Im Vergleich dazu wird bei einer Öl- oder Gasheizung ein hochwertiger, vielseitig einsetzbarer Rohstoff schlicht verbrannt.
Für mich fühlte sich das zunehmend inkonsistent an.
Erdgas und Rohöl sind nicht nur Brennstoffe. Es sind wertvolle chemische Grundstoffe: unter anderem für Medikamente,
Kunststoffe, Lösungsmittel und zahlreiche industrielle Anwendungen. Raumwärme daraus zu erzeugen, erschien mir langfristig
nicht mehr sinnvoll.
Die Photovoltaikanlage verändert die Systemperspektive entscheidend.
Strom ist nicht nur ein zugekaufter Energieträger, sondern kann teilweise selbst erzeugt werden.
Die Kombination aus Wärmepumpe, PV-Anlage und Batteriespeicher ermöglicht zwei unterschiedliche Mechanismen: Lastverschiebung durch die Wärmepumpe (z. B. Warmwasserbereitung oder leichtes Vorheizen in PV-Zeiten) und Lastentkopplung durch den Batteriespeicher, der PV-Strom zeitlich vom Verbrauch entkoppelt.
Die Wärmepumpe wird damit nicht nur effizient, sondern teilweise autark betrieben.
Das unterscheidet sich grundlegend von fossilen Heizsystemen, bei denen jede erzeugte Kilowattstunde Wärme unmittelbar an einen externen Brennstoff gebunden ist.
Ich wollte ein System, dessen Umweltwirkung nicht an einen fossilen Brennstoff gebunden ist. Bei der Wärmepumpe hängt die CO₂-Intensität am Strommix und wird mit der Energiewende tendenziell besser; durch PV/Batterie kann ein Teil der Wärme direkt aus eigener, erneuerbarer Erzeugung entstehen.
Durch die Kombination aus:
Es reduziert:
Netzkosten bleiben transparent und planbar, während ein Teil der Energie direkt vom eigenen Dach kommt.
Alle hier dargestellten Werte basieren auf real gemessenen Verbräuchen. Der berechnete Heizölbedarf der Vergleichsrechnung deckt sich sehr gut mit meinen historischen Erfahrungswerten. Dadurch entsteht eine belastbare Referenzbasis.
Mir geht es nicht darum, ein System als allgemein überlegen darzustellen.
Mir geht es um Nachvollziehbarkeit.
Wer ein vergleichbares Haus besitzt, kann:
Die Zahlen sind offen zugänglich – die Bewertung überlasse ich dem Leser.
Ich wollte ein Heizsystem, das effizient arbeitet, Ressourcen schont und technisch konsistent mit meinem Verständnis von nachhaltiger Energieversorgung ist.
Nicht aus Ideologie.
Nicht aus kurzfristiger Kostenoptimierung.
Sondern aus Überzeugung, dass hochwertige Rohstoffe besser genutzt werden sollten als zur reinen Wärmeerzeugung.
Eine Wärmepumpe ist kein „Plug-and-Play“-Produkt, sondern ein System, das geplant und verstanden werden muss.
Die ausführlichen Überlegungen zu meiner Entscheidung habe ich hier beschrieben: Warum ich mich für Wärmepumpe, Photovoltaik und Elektroauto entschieden habe
Die gezeigten Auswertungen basieren auf realen Daten aus dem laufenden Betrieb. Wenn dir etwas unklar ist oder du eine Auswertung vermisst, schreib mir.